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Weihnachtszeit ist Plätzchenzeit! Schon im 18. Jahrhundert wurden Plätzchen und anderes Feingebäck nur zu besonderen Anlässen als hohes Luxusgut gereicht. Heute sind Plätzchen, wie auch Süßwaren im Allgemeinen, Teil der westlichen Kultur und allgegenwärtig. So ist es heute die Eigenherstellung die nur zu besonderen Anlässen und Festtagen vollzogen wird.
Zum Weihnachtsfest stellten wir für uns und unsere Freunde drei verschiedene Sorten Weihnachtsgebäck her. Die Basis bildeten dabei stets Mehl, Butter, Zucker, Eier und gemahlene Nüsse. Zusammen mit weiteren geschmackssteigernden Gewürzen entstanden kleine Linzer Augen, verzierte Plätzchen sowie Vanillekipferln.

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REZEPT – Vanillekipferln

ZUTATEN
280g Weizenmehl
100g Mandelmehl
1 Prise Salz
200g Butter
80g Zucker
3 Eigelbe
100g Puderzucker
1 Päckchen Vanillezucker

UTENSILIEN
1 Gemüsemesser
1 Tafelmesser
1 kleines & feines Sieb
1 TeeLöffel
1m Backpapier
1m Frischhaltefolie

ZUBEREITUNG
Zur Vorbereitung die Butter 30min vor Weiterverarbeitung aus dem Kühlschrank nehmen und anschließend in kleine Würfel zerteilen. Die Eigelbe vom Eiweiß trennen. Das Weizenmehl auf die Arbeitsfläche geben und eine Mulde bilden, das Mandelmehl, den Zucker, die Eigelbe und die Prise Salz hinzu. Zu Beginn alles mit dem Tafelmesser nach und nach ineinander mengen, später den Teig mit den Händen glatt kneten. Ca. 1m Frischhaltefolie verwenden um den Teig einzuwickeln und für mindestens 2h im Kühlschrank ruhen lassen.
Den Ofen auf 180°C vorheizen. Währenddessen den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, die Frischhaltefolie entfernen, den Teig kurz kneten und in 3 gleichgroße Teile teilen. Diese Teile anschließend in 3cm dicke Rollen formen, die Rollen in 1cm breite Stücke schneiden und die Stücke zu kleinen Hörnchen formen und vorsichtig auf dem Backblech platzieren. Hierbei muss schnell gearbeitet werden, da der butterlastige Teig durch die Wärme der Hände schnell zu weich zum Verarbeiten wird! Ggf. den gerade nicht zur Verarbeitung benötigten Teig kurzeitig wieder im Kühlschrank lagern. Direkt nach dem Backen die Kipferl großzügig von allen Seiten mit einer Mischung aus Puder- und Vanillezucker bestreuen und anschließend einzeln abkühlen lassen. Fertig!

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REZEPT – verzierte Plätzchen

ZUTATEN
250g Weizenmehl
75g Mandelmehl
125g Butter
1 Ei
1 TL Zimt
125g Zucker
3 TL Backpulver
1 Päckchen Vanillezucker
1/2 TL gemahlener grüner Kardamom
1/2 TL gemahlene Nelken

zum Verzieren nach Bedarf…
…für eine Schokoladenglasur: Kuvertüre
…für eine Zuckerglasur: Zitronensaft, Puderzucker, Wasser
…sowie zum Verzieren: Eigelb, Schokostreusel, Haselnusskrokant, Mandelsplitter, Kokosraspeln uvm.
UTENSILIEN
x Ausstechformen
1 Gemüsemesser
1 Tafelmesser
1 Nudelholz
1m Frischhaltefolie
1m Backpapier
1 Lebensmittelpinsel
1 mittelgroße Metallschüssel
1 mittelgroßer Topf

ZUBEREITUNG
Zur Vorbereitung die Butter 30min vor Weiterverarbeitung aus dem Kühlschrank nehmen und anschließend in kleine Würfel zerteilen. Das Mehl auf die Arbeitsfläche geben und eine Mulde bilden, dann das Mandelmehl, das Ei, das Backpulver, sowie Zimt, Vanillezucker, Kardamom, Nelken und die Butterwürfel hinzu. Zu Beginn alles mit dem Tafelmesser nach und nach ineinander mengen, später den Teig mit den Händen glatt kneten. Ca. 1m Frischhaltefolie verwenden um den Teig einzuwickeln und für mindestens 2h im Kühlschrank ruhen lassen.
Den Ofen auf 200°C vorheizen. Währenddessen den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, die Frischhaltefolie entfernen, den Teig kurz kneten und dann auf einige wenige Millimeter Dicke ausrollen. Nun mithilfe der Ausstechformen die Plätzchen ausstechen und vorsichtig auf dem Backpapier auf einem Backblech platzieren. Die Plätzchen für 15-25min im Ofen backen, bis sie leicht gold-bräunlich werden.
Für eine Eiglasur die Plätzchen VOR dem backen mit Eigelb bestreichen. Dafür das Eigelb eines Eies vom Eiweiß trennen. Das Eigelb anschließend mithilfe des Lebensmittelpinsels dünn auf den Plätzchen verstreichen.
Für eine Zuckerglasur feinen Puderzucker sowie ein paar Tropfen Zitronensaft und Wasser vermengen. Der Zuckerguss sollte stets eine dickflüssige Konsistenz besitzen, damit er besser auf dem Plätzchen hält und schneller trocknet! Für eine Schokoglasur die Kuvertüre brechen und in einem Wasserbad aufschmelzen. Für Wasserbad eine Schüssel in einen Topf mit köchelndem Wasser stellen. Anschließend die Kuvertüre in die Schüssel geben. Aber Achtung: Die Kuvertüre darf kein Wasser berühren, sonst verklumpt sie!
Zucker- und Schokoladenglasur werden nach dem Backen der Plätzchen mit dem Lebensmittelpinsel aufgetragen und die Plätzchen anschließend z.B. mit Schokostreusel, Haselnusskrokant, Mandelsplitter oder Kokosraspeln verziert. Fertig!

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REZEPT – Linzer Augen

ZUTATEN
400g Weizenmehl
50g Haselnussmehl
100g Zucker
200g Butter
4-5 Eigelbe
1 Zitrone
1 Päckchen Vanillezucker
ca. 100g Marmelade
ca. 50g Puderzucker

UTENSILIEN
1 runde Ausstechform
1 kleinere runde Ausstechform
1 Gemüsemesser
1 Tafelmesser
1 kleines & feines Sieb
1 TeeLöffel
1 Nudelholz
1 feine Küchenreibe
1m Backpapier
1m Frischhaltefolie
1 Zitruspresse

ZUBEREITUNG
Zur Vorbereitung die Butter 30min vor Weiterverarbeitung aus dem Kühlschrank nehmen und anschließend in kleine Würfel zerteilen. Die Eigelbe vom Eiweiß trennen. Das Weizenmehl auf die Arbeitsfläche geben und eine Mulde bilden, dann das Haselnussmehl, den Zucker, die Eigelbe und die geriebene Schale einer Zitrone hinzu. Zu Beginn alles mit dem Tafelmesser nach und nach ineinander mengen, später den Teig mit den Händen glatt kneten. Ca. 1m Frischhaltefolie verwenden um den Teig einzuwickeln und für mindestens 2h im Kühlschrank ruhen lassen.
Den Ofen auf 200°C vorheizen. Währenddessen den Teig aus dem Kühlschrank nehmen, die Frischhaltefolie entfernen, den Teig kurz kneten und dann auf einige wenige Millimeter Dicke ausrollen. Anschließend mit der größeren runden Ausstechform Kekse ausstechen. Danach bei der Hälfte mit der kleineren runden Ausstechform ein Loch ausstechen. Die Kekse für 15-25min backen.
Nach einer 1/2h Abkühlung die Zitrone auspressen und den Saft mit der Marmelade vermengen. Die Kekse ohne Loch mit der Marmelade bestreichen und die Kekse mit Loch mit Puderzucker bestreuen. Die Kekse aufeinander setzen. Fertig!

20151010-IMG_8242Kaum dreißig Kilometer entfernt von der OstseeKüste, mitten in Mecklenburg-Vorpommern, waren wir zu Gast bei Birke und ihrem Mann Uli. Birke ist seit über 30 Jahren Keramikerin und betreibt eine eigene Töpferei. In ihrem großen Garten wachsen und reifen das ganze Jahr über zahlreiche Sorten Obst, Gemüse, Salat und Vieles mehr. Mit frisch geernteten Äpfeln und Nüssen buck sie mit uns ein Apfelbrot.

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REZEPT – Apfelbrot

ZUTATEN
800g Äpfel gewaschen und geraspelt
250g Roggenmehl
250g Dinkelmehl
1 Päckchen LebkuchenGewürz (ca. 15g)
1,5 Päckchen Backpulver (ca. 24g)
1 Gläschen Rum
100g Haselnüsse
100g Mandeln
200g Rosinen

UTENSILIEN
1 große Schale
1 Küchenreibe
1-2 Kastenformen

ZUBEREITUNG
Alle Zutaten zu einem Teig vermengen. In die Kastenformen geben. Die Kastenformen nur zu 3/4 füllen! Den Ofen auf 175 Grad vorheizen und das Brot für eine Stunde backen. Das Brot danach ruhen lassen, bevor es aus der Form genommen wird. Fertig!

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Paolo. Ein Koch aus Italien und seit vielen Jahren in Deutschland. Schon als kleiner Junge lernte ich ihn in einem unserer Lieblingsrestaurants kennen. Nach über 10 Jahren Bekanntschaft, begleitete ich ihn diesen Sommer zum ersten Mal in seine Heimat: Vittorio Veneto. Provinz Treviso. Teil der Region Venezien. Nicht weit von dessen geschichtsträchtiger Hauptstadt: Venedig.

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In Südtirol machten wir Halt in einem der ältesten Lieblingscafés von Paolo. Um die Ecke hatte er als junger Mann einen seiner ersten Jobs. Heute wie damals typisch für einen Nachmittag in dieser Region: warmer Apfelstrudel mit Vanillecrème. Etwas später am frühen Abend und vor dem Essen wird traditionell ‚Spritz‘ serviert. Ein Mix aus ‚Aperol Spritz‘ mit Prosecco und Mineralwasser auf Eis.

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Am späten Abend erreichten wir Vittorio Veneto. Überrascht wurde ich von der großen Zahl an Fußballplätzen, auf denen bei Flutlicht zu später Stunde noch reges Treiben beobachtet werden konnte. Denn im Sommer beginnen die Sportler erst bei Einbruch der Dunkelheit ihre Trainingseinheiten. Eine lebendigere Fußballkultur hatte ich zuvor nie gesehen. Bei nur 30.000 Einwohnern zählte ich mehr als ein halbes Dutzend professionelle Vereine.

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In einem der privaten Fußballclubs für Hobbyfußballer besuchten wir Stefano, einen Freund Paolos. Auf dem Gelände eines ehemaligen Tennisclubs sind hier einige kleine Fußballplätze unter freiem Himmel sowie ein überdachter Platz in einer Halle entstanden.

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In den Vereinsräumlichkeiten serviert Stefano für Mitglieder und Freunde typische regionale Pastagerichte. Zum Beispiel Pasta Carbonara oder Pasta con Pancetta e Pomodorini.

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Am nächsten Tag erwarteten uns einige von Paolos Freunden bereits am Fuße eines Weinberges. Ein wichtiger Grund für die Wahl des Zeitpunktes für Paolos Reise: die Weinlese. Besitzer einiger Reben an verschiedenen Stellen in der Region ist das kleine Familienunternehmen ‚Puppetti‘, die aus den Trauben einen fruchtig spritzigen Prosecco herstellen.

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In dem geräumigen Keller des Wohnhauses findet man eine Weinpresse, einige Tanks sowie eine Etikettiermaschine. Der eigentliche Schatz sind jedoch die Weinreben.

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Nur zwei Wochen im Jahr wird geerntet. Den Rest der Jahres müssen die Reben gepflegt werden. In der Landwirtschaft geholfen wird  viel durch Gastarbeiter.

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Wirklich verlassen können müssen sich die Winzer jedoch auf ihre Familien und Freunde. Ein Onkel  war aus Kanada, ein Pärchen aus Südtirol angereist. Und während die Männer am Weinberg Trauben lasen war Signora Puppetti damit beschäftigt ein stärkendes Mahl auf eine große Tafel zu zaubern.

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Diese ältere Herr ist ein sehr bekannter und wichtiger Mann in seiner Gegend. Er ist Bäcker. Sein kleines Geschäft öffnet er täglich, wenn er Lust dazu hat, und schließt es, wenn das Brot alle ist.

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Das Verhalten der entspannten Italiener wirkt für Deutsche dabei höchst sonderbar: Nicht der Bäcker trägt die Schuld, wenn es kein Brot mehr gibt. Sondern der Kunde ärgert sich, dass er nicht zur richtigen Zeit dort war! Bestellungen hat der alte Bäcker angeblich noch nie angenommen. Wer dennoch auf eine frische Ladung Brote hoffen kann, wartet drinnen wie draußen auf Bänken bei einer kleinen Pizza alla Margherita.

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In den darauf folgenden Tagen haben wir noch viel Wein, Schinken, Parmesan und andere besondere italienische Produkte begutachtet, probiert und eingekauft. Eine Selbstverständlichkeit, die wir derzeit in Deutschland wieder zu etablieren versuchen, scheint in Italien nie verloren gegangen zu sein: Hochwertige und zugleich sehr erschwingliche Produkte aus der Region. Ein beeindruckender und sehr erstrebenswerter Standard!

20. November 2015 Der MitEsser in..., Italien

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